Einblicke vom experten: Ein interview

Uns ist es wichtig, unterschiedliche Perspektiven rund um das Thema Spielsucht sichtbar zu machen. Deshalb haben wir dieses Interview geführt: um persönliche Erfahrungen, fachliches Wissen und individuelle Wege im Umgang mit Spielsucht besser zu verstehen und weiterzugeben. Der Austausch soll Mut machen, aufklären und zeigen, dass niemand mit seinen Herausforderungen allein ist.

Definition von problematischem Glücksspiel 

Die Fachperson erklärte uns, dass problematisches Glücksspiel immer sehr individuell ist. Am
entscheidendsten ist vor allem, ob das Spielen negative Auswirkungen auf das Leben der
betroffenen Person hat. Wenn die Betroffene Person die Kontrolle über Ihr Spielverhalten
verliert, häufig an das Spielen denkt oder trotz negativer Folgen weiterspielt, kann dies ein
Hinweis auf eine Spielsucht sein.

Besonders riskante Formen des Glücksspiels 

Besonders problematisch ist das Online-Glücksspiel, da dieses jederzeit und überall verfügbar ist. Während früher noch ein Besuch im Casino notwendig war, kann man heute über das Internet rund um die Uhr spielen. Diese ständige Verfügbarkeit erhöht das Risiko, dass Menschen häufiger spielen und dadurch schneller ein problematisches Spielverhalten entwickeln können. Auch verschieden Studien zeigen ebenfalls, dass Online-Glücksspiel ein erhöhtes Risiko darstellen kann.

Psychische Belastungen als Auslöser

Psychische Belastungen sind ein besonders wichtiger Faktor bei Spielsucht. Die Fachperson erklärte uns, dass Stress, Einsamkeit oder Depressionen eine wichtige Rolle spielen können. Die Fachperson sagte dazu: „Stress, Depressionen oder Einsamkeit können als Trigger fungieren.“

Viele Menschen nutzen Glücksspiel als eine Art Ablenkung um sich kurzzeitig von ihren Problemen zu lösen. Beim spielen entstehen kurzzeitig positive Gefühle. Die Fachperson erklärte: „Durch das Spielen entsteht Dopamin und Adrenalin, was die Leute kurzzeitig befriedigt.“ Diese Gefühle halten jedoch meist nur kurz an. Danach treten oft negative Emotionen wie Schuldgefühle oder Reue auf. Dieses Verhalten verleitet dazu immer wieder zu spielen, um negative Gefühle zu verdrängen. Dadurch entsteht ein Kreislauf, welcher eine Spielsucht verstärken kann.